musenkussetüde

launisch sind die töchter mnemosynes,
     zeigen sich oft jahrlang nicht,
spiel'n verstecken, feixen, machen faxen,
     wechseln namen und gesicht.
 
glaubst du, dass eratos kuss dir innig
     zaubernd liebesverse weckte,
und holst glutvoll aus zu großer geste,
     war’s thalia, die dich neckte.
 
manches süße dichten endet tragisch,
     mischt sich melpomene ein.
herzen brechen hierauf literarisch,
     und im grunde kratzt’s kein schwein.
 
freilich könnte man auch ohne musen-
     kuss die dichtung wagen, doch
wähnt man sich mit guter götter hilfe
     so viel genialer noch.
 
deshalb werden dichter stets sich musen
     suchen und sie eitel loben,
denn leicht kämpft sich’s um die gunst der damen,
     schwer mit eig’nem unvermogen.






 

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